Eine neue Zeit für Star Wars: Die Hohe Republik

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„Über tausend Generationen lang waren die Jedi die Hüter des Friedens und der Gerechtigkeit in der Republik.“

Dieser Satz Obi-Wan Kenobis beflügelt seit dem allerersten Star Wars Film die Fantasie der Fans. Eine riesige Zeitspanne, voll mit möglichen Geschichten. Was mag da alles geschehen sein?

Mit Star Wars: The High Republic – zu Deutsch: Star Wars: Die Hohe Republik – bekommen wir nun Einblick auf eine vergangene Ära: Es ist eine Epoche der Blüte für die galaxisumspannende Republik. Etwa 200 Jahren vor den bekannten Geschehnisse aus der Skywalker-Saga erleben wir ein weiterhin vertrautes und doch erfrischend anderes Star Wars Universum mit neuen Helden, Gegnern und Abenteuern. 

Star Wars: Die Hohe Republik ist ein ehrgeiziges Projekt, das in seiner gerade gestarteten ersten Phase eine ganze Serie an Büchern, Comics und weiterer Medien umfasst. Disney und Lucas eröffnen damit ein neues, spannendes Spielfeld für Star Wars.

Ab dem 23. März liegen dann die ersten deutschen Fassungen aus der neuen Hohen Republik vor: die beiden Jugendromane „In die Dunkelheit“ und „Die Bewährungsprobe“.

Eine Galaxis in Frieden

200 Jahre vor den Klonkriegen und dem Aufstieg des Imperiums herrscht Friede und Wohlstand in weiten Teilen der Star Wars Galaxis. Die Jedi sind – wie Obi-Wan schon sagte – Hüter dieses Friedens. Mit ihren Außenposten sorgen sie für die Sicherheit der unzähligen Bürgerinnen und Bürger der Republik. Diese ist ein großes Bündnis an Welten, das Hoffnung und Zuversicht ausstrahlt – weit entfernt von dem kaputten System, das wir in Episode I, II und III auf der Kinoleinwand sahen. 

„Wir sind alle die Republik“ ist der Glaubenssatz dieser Zeit. Unter Führung von Kanzlerin Lina Soh sorgt die Republik für Zusammenhalt und Wohlergehen aller – und schafft außerdem eine Reihe großer Werke. 

Eines dieser großen Werke steht kurz vor der Vollendung: die Starlight Beacon, eine beeindrucke Raumstation. Sie soll den Äußeren Rand stärker mit dem Herzen der Republik verbinden. Ein Zentrum für Diplomatie, Handel, Wissenschaft und die Heimat eines neuen Jedi-Tempels. Genau an diesem Zeitpunkt setzen die verschiedenen Geschichten der Hohen Republik nun an.

Die Starlight Beacon Station im Outer Rim
© Disney / Lucas

Das Licht der Jedi

Mit dem Roman „Light of the Jedi“ von Charles Soule feierte die High Republic im Januar diesen Jahres ihren Auftakt. Der Veröffentlichungstermin für die deutsche Übersetzung steht leider noch nicht fest.

Auf den ersten 100 Seiten des Buches bricht eine gewaltige Katastrophe über die Galaxis herein, die Millionen von Lebewesen das Leben kostet und zig Welten verwüstet. Diese ersten Kapitel versprühen ein atemberaubendes Tempo, das mich völlig mitgerissen hat. Die Jedi sehen wir auf dem Gipfel ihres Könnens: Über ein ganzes Sternensystem hinweg versuchen sie unter großen Opfern die Katastrophe zu stoppen. Ein actiongeladener Einstieg in den Roman.

„Light of the Jedi“ ist sehr unterhaltsam, schwächelt allerdings nach den ersten Kapiteln in meinen Augen etwas. Was vor allem daran liegt, dass das Buch so verflixt viele Figuren vorstellt und es auf sich nimmt, die gesamte Ausgangslage der Hohen Republik umreissen zu wollen. Es fehlt so an Tiefe und der Roman verheddert sich darin, das vollständige Hintergrundbild eines großen Epos zeichnen zu wollen. Etwas mehr Fokus auf die Story, Struktur der Geschichte und eine Auswahl an Hauptfiguren hätten „Light of the Jedi“ gut getan. 

Auch dauert es, bis die Gegner dieser neuen Epoche überzeugen: Die Nihil werden als sektenhafte Weltraumpiraten eingeführt. Erst zum Ende von „Light of the Jedi“ hin entwickeln sie sich zu mehr als bloß eine weitere Räuberbande. Vor allem ihr Fanatismus ist es, der sie zu eine ernstzunehmende Gefahr für die Republik und die Jedi macht.

Die Hohe Republik hat das Potenzial, das Star Wars Universum mit einem frischen Blick zu erkunden – was dann diese neugestartete Serie so spannend macht. Die bisher vorgestellten Figuren sind vielfältig und versprechen Tiefe (die sie, wie oben gesagt, leider noch nicht ganz zeigen durften). Ich bin gespannt darauf, wie die Geschichten des jungen Jedis Bell Zettifar, seines Meisters Loden Greatstorm, der charismatischen wie idealistischen Kanzlerin der Republik Lina Soh und der Starlight Beacon Raumstation mit all ihren Besuchern, Bewohnern und Widersachern weitergeht…

Die Nihil auf dem Cover eines der MARVEL Comics

Bücher, Comics, Spiele: Das breite Feld der Hohen Republik

Ähnlich ehrgeizig wie die Großen Werke von Kanzlerin Lina Soh ist sicherlich auch das ganze Projekt der Hohen Republik an sich: In diesem Jahr erscheinen mehrere Bücher in dieser neuen Ära – darunter auch mehrere für junge Erwachsene wie „In die Dunkelheit“ und „Die Bewährungsprobe“. Parallel werden monatliche neue Comics veröffentlich. Mit „The Edge of Balance“ bekommen wir im Sommer sogar ein Manga. Außerdem gibt es regelmäßig im Fan-Magazin Star Wars Insider offfizielle Kurzgeschichten aus der Ära der Hohen Republik.

Für das VR-Game für die Oculus Rift Tales from the Galaxy’s Edge gibt es ebenfalls eine Erweiterung, die in der Epoche der Hohen Republik angesiedelt ist. Darin erfahren wir, was Meister Yoda zu dieser Zeit auf den Planeten Batuu führte. Nebenbei verknüpft dieses Spiel damit die Hohe Republik mit Star Wars: Galaxy’s Edge in Walt Disney World und Disneyland.

Weiter in Richtung Zukunft

All diesen Romane, Comics und Games sind erstmal nur Phase I der Hohen Republik – wie gesagt: das Projekt ist ehrgeizig. Disney und Lucas scheinen sehr zuversichtlich auf die Zukunft der Hohen Republik zu blicken. Und so nimmt man auch anderen Medien in Angriff. Ganz spannend dabei ist “Star Wars: The Acolyte” – eine brandneue Serie für Disney+, die gerade im frühen Entwicklungsstadium ist. Viel bekannt über die Geschichte ist noch nicht. “The Acolyte” soll aber ein Mystery-Thriller werden, der in den letzten Tagen der High Republic spielt.

Star Wars hat schon früher in die Vergangenheit seines Universums geblickt. Mit teils fantastischen, teils recht bizarren Büchern und Comics sowie großartigen Games (Knights of the Old Republic, anyone?), gab es immer wieder Blicke auf all diese Generation von Jedi. Diese Geschichten gelten heute nicht mehr als canon – das ist bei Die Hohe Republik anders… Und mit The Acolyte zeigt Star Wars nun endlich auch vor der Kamera eine andere Epoche, weit abseits von den Skywalkers, Imperium und Erster Ordnung. Damit öffnen sich endlich ganz neue, spannende Möglichkeiten für diesen atemberaubenden Mix an Science-Fiction und Fantasy, den Star Wars schon immer ausgemacht hat.

All diese neuen Abenteuer, Welten, Figuren, Geschichten… ich freue mich auf diese Zukunft.

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