Es war einmal… Die Geschichte hinter der ersten Disney Prinzessin: Schneewittchen

Zur Feier der ersten internationalen Prinzessinnen-Woche und der Disney Prinzessinnen Woche im Disney Channel starten wir heute unsere brandneue Serie, in der wir uns nach und nach mit den königlichen Heldinnen der Disney-Märchen beschäftigen. Den Anfang macht natürlich die erste Disney Prinzessin höchstpersönlich: Schneewittchen.


1937 läutete für Disney nicht nur die Ära der Prinzessinnen und Animationsklassiker ein: Schneewittchen und die sieben Zwerge erscheint als erster Spielfilm des amerikanischen Unternehmens. Die vollständig animierte Geschichte reformiert die Filmwelt, auch durch die Veröffentlichung ihres eigenen Soundtracks. Disneys erste, deutsche Prinzessin wurde bis heute als einzige royale Protagonistin mit einem Stern am Hollywood Walk of Fame geehrt.

Schneewittchen Filmposter
Schneewittchen ist auch heutzutage sehr beliebt © Disney

Walts Inspiration zu seinem Meisterwerk

Die Idee zu der Geschichte über die Prinzessin und ihrer bösen Stiefmutter stammt aus Walts Kindheit. Den damals 15-Jährigen Zeitungsjungen verschlug es in ein Filmtheater in Kansas City, in dem er einen Stummfilm sah, der sein Leben verändern sollte. James Searle Dawleys Snow White prägte den jungen Walt so sehr, dass er sich einige Jahre später dazu entschloss, seine eigene Version des Märchens auf die große Leinwand zu bringen.

Dieser Stummfilm ist der Denkanstoß für eine magische Geschichte

Märchenhafte Ursprünge

Die Handlung von Disneys Klassiker ist an das gleichnamige Märchen der Gebrüder Grimm angelehnt. Basierend auf deutschen Volkserzählungen veröffentlichten die Brüder 1812 die erste Ausgabe der weltbekannten Erzählung. Am Anfang sollte die Prinzessin als Schneeweißchen bekannt werden, die hochdeutsche Version („Snee“ als „Schnee“ und „witt“ als „weiß“) ihres Namens. Allerdings entschieden sich die Grimms letztendlich für Schneewittchen, da sie die Hauptfigur stärker von Schneeweißchen und Rosenrot abheben wollten.

Schneewittchen Skizzen
Fast hätten wir die Prinzessin unter einem anderen Namen kennengelernt © Disney

Die Handlungsstränge des Märchens und der Disney Verfilmung zeigen einige Abweichungen: Bei den Gebrüder Grimm soll der Jäger nicht Schneewittchens Herz, sondern ihre Lunge und Leber zu der bösen Königin bringen, die diese verspeist. Die Hexe muss in der grimmschen Erzählung zwei Versuche unternehmen, um ihre Konkurrentin im Schönheitswettbewerb loszuwerden. Zunächst soll das Mädchen in einem zu fest zugeschnürtem Korsett ersticken. Erst als dies fehlschlägt, kommt der vergiftete Apfel ins Spiel. Statt eines romantischen Kusses erweckt Schneewittchen die Tollpatschigkeit eines königlichen Dieners zum Leben: Als dieser stolpert, während er ihren Sarg trägt, verlässt das Gift des Apfels ihren Körper. Im Märchen erleidet die böse Königin am Ende ein etwas anderes Schicksal. In glühend heißen Eisenschuhen muss sie bis in ihren Tod tanzen.

Schneewittchen Apfel
Der vergiftete Apfel war im Märchen nicht die einzige Strategie, die Schneewittchen ausschalten sollte © Disney

Eine Idee wird Wirklichkeit

Die Produktion für Disneys ersten Film in Spielfilmlänge begann in den frühen 1930er Jahren. Innerhalb von drei Jahren erstellten mehr als 750 Künstler insgesamt rund zwei Millionen Zeichnungen und Skizzen für das Projekt. Alle Designs waren von europäischen Märchenbüchern inspiriert. Eine fertige Zeichnung der Charaktere wurde auf Zelluloid, einen durchsichtigen Kunststoff, übertragen. Nach dem Auftragen der Konturlinien wurden die Flächen mit einer von 1.500 verschiedenen Farben gefüllt, die extra für den Film entwickelt wurden. Schon gewusst? Schneewittchens Wangen wirken durch echtes Make-Up besonders rosig.

Ein Blick hinter die Kulissen des ersten Disney Spielfilms

Am Ende umfasste der Film mehr als 250.000 einzelne Bilder, die alle nacheinander fotografiert werden mussten. Jede Szene bestand aus mehreren Zeichnungen. Auf einer beleuchteten Schreibtischunterlage entstanden aufeinanderfolgende Sequenzen, die sich nur minimal von der vorherigen unterschieden. Durch die schnelle Abfolge der Vielzahl an Bildern ersteht im Film die Illusion von Bewegung. Dadurch, dass die Animatoren in eine Art Schule für menschliche Bewegung geschickt wurden und sogar Walt Disney selbst Szenen der Geschichte nachspielte, wirken diese besonders realitätsnah. Am Set war auch das ein oder andere Tier anzutreffen, dass bei der Umsetzung einer glaubhaften Animation helfen sollte.

Walt Disney arbeitet an Schneewittchen
Walt Disney überprüft verschiedene Szenen © Disney

Während der Produktion wurde viel herumexperimentiert. Der Song „Music in Your Soup”, in dem die Zwerge glücklich ihre Suppe essen und von Schneewittchen Tischmanieren lernen, schaffte es nicht in das fertige Projekt. Auch die Idee, dass die Königin den Prinzen gefangen nimmt, wurde letztendlich verworfen. Für die Zwerge gab es über 50 Namensvorschläge, darunter Jumpy, Cranky und Hungry. Selbst Schneewittchen erfuhr eine Veränderung: In frühen Skizzen war das Mädchen noch blond. Die Animatoren konnten sich während der Produktion außerdem etwas Geld dazuverdienen. Walt Disney gab ihnen 10 Dollar, wenn einer ihrer Gags witzig genug war, um in die fertige Version des Films aufgenommen zu werden.

Schneewittchen Entwürfe
Haar so schwarz wie Ebenholz? © Disney

Weitere interessante Fakten tummeln sich in Bezug auf die Synchronisation. Die junge Sängerin Adriana Caselotti wurde als Stimme von Schneewittchen ausgewählt, da ihr Klang laut Walt Disney nicht von dieser Welt sei. Pinto Colvig, die Stimme von Goofy, erweckte auch Sleepy und Grumpy zum Leben. Donald Duck mogelt sich ebenfalls in die Geschichte. Clarence Nash ist im Soundtrack unter anderem in den Klängen der Vogelwelt zu hören. Lucille La Verne verkörpert die böse Königin auch in ihrer Hexengestalt. Um ihr einen rauen Tonfall zu verleihen, entfernte die Schauspielerin für diese Aufnahmen ihre falschen Zähne.

Schneewittchens Hexe
Ein besonderer Trick sorgt für die gruselige Stimme der Hexe © Disney

Disneys Dummheit wird ein voller Erfolg

Schneewittchen und die sieben Zwerge wird für 1,5 Millionen Dollar trotz Kritik fertig produziert. Die Branche bezweifelt, dass der Film Zuschauer ins Kino locken kann. Das Projekt sei zu lang und die hellen Farben würden in den Augen weh tun. Am 21. Dezember 1937 entpuppen sich diese Befürchtungen als unbegründet. Das Carthay Circle Theater in Hollywood ist voller Menschen. Eine Woche nach der Premiere erscheint Walt Disney sogar auf dem Cover des Time Magazine. Zwei Jahre später, am 23. Februar 1939, überreicht ihm der Kinderstar Shirley Temple einen ganz besonderen Oscar. Neben der normalgroßen Auszeichnung sind auch sieben Miniaturausführungen dabei. Der Originalfilm bringt dem Studio rund 8,5 Millionen Dollar ein und ist ein Geniestreich.

Walt Disney bei den Oscars
Disneys erster Spielfilm räumt einen speziellen Oscar ab © Disney

Die Beständigkeit der Schönheit

Selbst über die Jahre bleibt Schneewittchen die Schönste im ganzen Land. Ihr Film wird mehrere Male neu veröffentlicht und ihr werden zahlreiche Merchandise-Kollektionen sowie Attraktionen in den Disney Parks auf der ganzen Welt gewidmet. Charaktere des Films sind in vielen der Disney Parks anzutreffen und häufig in Paraden zu sehen. In Disney’s Candy Cauldron in Disney Springs können Fans sogar den vergifteten Apfel der bösen Königin probieren.

Der Zauber des Märchens hält bis heute an. Am 29. September 2019 berichtet Disney Insider zusätzlich über ein geplantes Live-Action Remake des Klassikers. Wer hätte eurer Meinung nach das Zeug dazu, die erste Disney Prinzessin im realen Leben zu porträtieren?

Sehen wir bald ein Live-Action Version der berühmten Geschichte?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.