Einblicke in Walts Traum – „Walt Disney’s Disneyland“ (TASCHEN)

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Werbung: Markenkooperation
Ein Rezensionsexemplar wurde uns freundlicherweise vom TASCHEN Verlag zur Verfügung gestellt.

Disneyland. Ein Ort voller Magie

…der heute noch mehr als damals die Menschen zum Träumen einlädt. Denn früher waren es hauptsächlich Kinder, die sich nach dem Disney-Zauber gesehnt haben. Heute, durch Social Media und eine deutlich verbundenere Welt, zieht es auch einen großen Teil Erwachsener regelmäßig in die Magic Kingdoms dieser Welt (wie zum Beispiel auch das Disney Central Team).

Walt Disney zeigt den TV-Publikum seinen Park (1954)
Walt Disney zeigt den TV-Publikum seinen Park (1954), Copyright © 2018 Disney Enterprises, Inc.

Doch Disneyland ist nicht gleich Disneyland, schließlich wurde nur das Original von 1955 von Walt Disney erdacht und gebaut. Dem Park, der vor wenigen Wochen 65. Jahre alt geworden ist, hat der TASCHEN Verlag eines seiner wunderschönen, inhaltsreichen und qualitativ hochwertigen Bücher gewidmet: Walt Disneys Disneyland von Chris Nichols.

Ursprünglich erschien das Hardcover bereits 2018 ausschließlich in englischer Sprache, ist jedoch seit diesem Sommer nach einer Corona-bedingten Verzögerung auch endlich in Deutsch und ganz frisch sogar in Französisch erhältlich.

Foto des Buches Walt Disney's Disneyland von Chris Nichols (TASCHEN)
Das Buch überzeugt mit seiner hohen Qualität und atemberaubenden Bildern.

Auf den üppigen 328 Seiten (und knapp 2,5 kg!) zeigt Nichols dem Leser nicht nur wie Disneyland vor 65 Jahren ausgesehen hat sondern geht tief in die Geschichte und auf die Bedeutung einzelner, natürlich wirkender Details ein. In dieser Buchbesprechung gehe ich näher auf den Inhalt ein.

Das Werk verschreibt sich komplett dem in Anaheim gelegenen Themenpark und gliedert die Lektüre dabei in drei chronologisch unterteilten Kapitel: „Walts Traum“, „Der Park erwacht zum Leben“ und „Die Vision lebt weiter“.

Doch schon eins vorweg: Das Buch lohnt sich für ausnahmslos jeden Disney (Park) Fan!

Walts Traum

Bekanntlich wurde Rom nicht an einem Tag gebaut – und das trifft auch auf Disneyland zu; nicht mal erträumt wurde der Park an einem Tag. So startet unsere Reise in die Geschichte nicht mit dem 17. Juli 1955 (Disneylands Eröffnungstag) und auch nicht mit dem ersten Spatenstich 257 Arbeitstage zuvor. Wir beginnen mit jenem gewöhnlichen Samstagnachmittag in den späten 1930er oder frühen 1940er Jahren, an dem Walt erstmals der Gedanke kam, einen Themenpark zu bauen. Doch wie Walt später sagte, wird „Disneyland nie vollendet sein“. Daher ist es nur logisch, dass das Buch auch seine Projekte als Filmproduzent behandelt wie seine Faszination von Eisenbahnen oder ihn auf seinen Reisen u.a. nach Deutschland und Europa begleitet. Trotz allem ist dies keine Biographie über Walt Disney. Doch um seine wohl größte Errungenschaft gänzlich zu verstehen, ist es vorerst notwendig, den Träumer hinter der Fantasie kennenzulernen.

Walt Disney auf seiner Miniatur-Lokomotive Lilly Belle
Walts Liebe zu Zügen zeigte sich auch in seinem Garten – mit der nach seiner Frau benannten Miniatur-Lokomotive „Lilly Belle“, © Disney Enterprises, Inc.

Was folgt, ist der Beginn der Bauphase von Disneyland und allen Herausforderung, die damit aufkamen wie die Standortsuche, Finanzen, kreative Entscheidungen und natürlich der gleichnamigen TV-Serie. Begleitet wird dies (so wie das gesamte Buch übrigens) von eindrucksvollen Fotografien, Konzeptbildern, Exponaten und vielem mehr.

Erzählt wird die Historie dabei nicht nur eintönig und neutral sondern auch unter Zuhilfenahme von Zitaten und Aussagen vieler Beteiligter. Allen voran selbstverständlich Walt Disney höchstpersönlich, aber auch sein Bruder und Geschäftspartner Roy O. Disney kommt regelmäßig zu Wort. Auch bekannte Persönichleiten wie die Imagineers Bob Gurr, Marty Sklar, Rolly Crump und vielen weitere, die aktiv mit Walt am Park seiner Träume gewerkelt haben, werden immer wieder zitiert.

Zum Ende des ersten Abschnitts – Achtung Spoiler – eröffnet Disneyland offiziell an einem desaströsen Tag mit haufenweise Beschwerden und negativer Presseberichte. Die Auslöser hierfür werden beim Namen genannt, schließlich ist unser Buch keine Selbstbeweihräucherung, die sich nur mit rosaroter Brille sehen lässt. Ebenso schließt der Autor die Kreise wo er kann, und geht auf die Lektionen ein, die man gelernt und kurzerhand umgesetzt hat.

Walt Disney und Micky Maus schauen auf die Welt
Walt und Micky sind bereit, die Welt aus Kalifornien aus zu verzaubern, Motiv © Earl Theisen Archives

Der Park erwacht zum Leben

Das nächste Kapitel beginnt mit einer Vorstellung der fünf Themenbereiche des magischsten Ortes auf Erden: Main Street, U.S.A., Adventureland, Frontierland, Fantasyland und Tomorrowland.

Wer sich denkt, er könne hier getrost weiterblättern und den Inhalt überspringen, nur weil er oder sie schon einmal in Disneyland Paris oder auch im Originalpark in Anaheim war, der täuscht!

Rainbow Ridge mining town in Disneyland
Im Frontierland wartete die Minenstadt Rainbow Ridge auf die frühen Besucher, Quelle: Collection of Dave DeCaro, davelandweb.com

Nichols führt uns durch die Vision und Geschichte der einzelnen Länder. Gleichzeitig zeigt er aber auch unter erneuter Einbindung zahlreicher Bilder, wie die Bereiche bei ihrer Eröffnung aussahen und welche Formen von Unterhaltung den ersten Besuchern in den 50ern und Anfang der 60er Jahre geboten wurde. Selbst mehrfache Parkbesucher unter unseren Lesern werden hier einige der Fotos mehrfach ansehen müssen, um die damaligen Attraktionen und Orte zu erkennen und einordnen zu können. Der inoffizielle Vorgänger der Big Thunder Mountain Railroad zum Beispiel fuhr etwa zwanzig Jahre lang unter dem Namen Rainbow Caverns Mine Train durch Frontierland, ehe der heute weltbekannte Mountain 1977 gebaut wurde. Die Optik des Parks hat sich in den letzten 65 Jahren um Welten entwickelt und trotzdem darf man sich wundern, wie detailgetreu und lebendig schon mit dem damaligen Stand der Technik gearbeitet werden konnte. Kein Wunder, dass sich das Gesamtwerk als wahres Phänomen weiterentwickelt hat.

Walt Disney mit Micky und weiteren Disney-Figuren in Disneyland
Walts zahlreiche Figuren haben mit Disneyland ihr Zuhause erhalten (Foto 1964), © Lawrence Schiller, Polaris Communications Inc., All Rights Reserved.

Weitere Anekdoten, die wir in diesem Rundgang durch die Länder lernen, handeln von Meerjungfrauen, die in er parkeigenen Lagune lebten. Oder die schweizer Bergsteiger, die zur Einweihung der Matterhorn Bobsleds den gleichnamigen Berg erklommen haben.

Die Vision lebt weiter

Wenige Tage vor seinem Tode stellt Walt die Größe des „Florida Projects“ dar, Motiv © Disney Enterprises, Inc.

Der letzte Part beginnt zeitlich 1964 und endet… heute und startet mit der Teilüberschrift „Walt träumt noch größer“. Denn nun geht es nicht mehr nur um Disneyland selbst sondern auch um das Erbe und den Einfluss außerhalb der Eisenbahnschienen, die den Park umgeben. Denn Walt Disney hatte noch mehr Träume. Er träumte immer wieder von Innovation, die er in Form vier Attraktionen (drei davon sollten später in Disneyland einziehen) auf dem New York World’s Fair 1964 in Realität umsetzte und der Welt vorstellte. Walt wollte außerdem seinen Parkgästen mehr bieten und baute neue Bereiche wie New Orleans Square. Auch das Stichworte „Florida Project“ gehörte zu diesen Träumen. Nahe Orlando, wo heute die vier Disney-Themenparks des Walt Disney World Resorts stehen, wollte Walt Disney eine eigene Stadt der Zukunft errichten: die Experimental Prototype Community Of Tomorrow oder kurz EPCOT.

Roy O. Disney und Micky Maus bei der Eröffnung von Walt Disney Worlds Magic Kingdom.
Roy O. Disney widmet Walt Disney World 1971 seinem verstorbenen Bruder Walt, © Disney Enterprises, Inc.

Doch genau wie im echten Leben wie auch im Buch kommt Walts Tod plötzlich und viel zu früh. So folgen die nächsten Seiten nun nicht mehr Walt persönlich sondern den Imagineers und wie sie ohne die große Legende den Park weiter ausbauten, neue Attraktionen erschufen und expandierten. Eine besondere Stellung nimmt dabei die berühmte Attraktion „Pirates of the Caribbean“ ein. Das Piraten-Abenteuer war nämlich die letzte Attraktion, die Walt komplett begleitet hat. Ursprünglich war diese jedoch als eine Art Wax-Museum erdacht und wurde erst während der Produktion in eine tatsächliche Bootsfahrt umgewandelt.

Walt mit der Piraten-Crew aus seiner letzten Attraktion, © Disney Enterprises, Inc.

Dieses Kapitel zeigt uns erneut viele Konzepte, darunter einige verworfene Ideen und Attraktionen, die lange in Vergessenheit geraten sind. Die einzelnen Themenbereiche standen ebenfalls vor ihren jeweils eigenen Herausforderungen. So sahen sich die Verantwortlichen beispielsweise mit einem nötig gewordenen Abriss und Rearrangements von Walts liebstem Teil des Parks, Fantasyland, konfrontiert. Doch auch Tomorrowland als Ganzes musste nicht nur einmal neu gestaltet werden, um ein „Todayland“ oder sogar „Yesterdayland“ zu vermeiden. Dieser Designprozess lässt sich im gesamten Buch wunderbar nachvollziehen. Achtet doch mal darauf, wie sich die Architektur des Landes ständig weiterentwickelt! Einer der Auslöser dafür war zum Beispiel die Mondlandung, die plötzlich nicht länger ein Menschheitstraum war.

Auswahl von Konzeptzeichnungen für verschiedene Attraktionen, © Disney Enterprises, Inc.

Zusammenfassung

In die Moderne entführt uns dieses Buch übrigens wenig und wer mit Informationen zu Disneyland Paris oder den anderen Parks rechnet, der wird enttäuscht werden. Denn der Buchtitel ist Programm. Und dieser besteht immerhin aus drei Worten und nicht nur aus einem. Der Fokus liegt ganz klar auf Walts Disneyland. Und damit ist nicht mal der in Anaheim gelegene Park gemeint sondern Walts eigene Version des damaligen Parks. Das macht das Thema umso interessanter und spannender und ist meiner Auffassung nach eine ungewöhnliche und konstruktive Herangehensweise an das Thema „Disneyland“. Und genau das macht dieses Buch zu einem der besten Disneyland-Bücher, die jemals verfasst wurden!

Das Buch öffnet und schließt mit einer Konzeptkarte von 1958 mit nie umgesetzten Ideen, Motiv © Disney Enterprises, Inc.

Für wen ist dieses Buch geeignet?
In erster Linie sicherlich an Disneyland-Fans, die die Historie ihres geliebten Park zelebrieren wollen. Aber auch Gelegenheitsbesucher oder auch Menschen, die noch nie einen Fuß in die Disney Parks dieser Welt gesetzt haben, kommen hier auf ihre Kosten. Nichols setzt keinerlei Vorkenntnisse voraus und sowohl die englische als auch deutsche Version des Werkes sind schlüssig und auf einem gut verständlichen Sprachniveau formuliert.
Tatsächlich möchte ich das Buch sogar jenen empfehlen, die noch nie das Disneyland Resort in Kalifornien besucht haben. Ihr werdet überrascht sein, welche Fülle an Geschichte und welche Menge an Magie sich an diesem Ort verbirgt.

Fazit:
„Walt Disney’s Disneyland“ entführt den/die Leser/in in eine deutlich vielschichtigere Welt der Magie als man zuerst annehmen würde. Das Buch lässt ihn bzw. sie mithilfe von seltenen und abwechslungsreichen Fotos, Sketchen und Konzeptentwürfen in Walts persönliche Version von Disneyland eintauchen und die Entstehung des Zaubers hautnah miterleben.

Buchcover von Walt Disney's Disneyland
Walt Disney’s Disneyland erschien im TASCHEN Verlag, © TASCHEN

Walt Disney’s Disneyland ist im TASCHEN Verlag erschienen und bietet für den sehr fairen Preis von 40€ Unterhaltung, Wissen und ein Stück Magie für Zuhause.

Weitere Informationen und eine direkte Bestellmöglichkeit findet ihr auf der Produktseite auf taschen.com.

Sowohl online als auch in den Geschäften in Berlin und Köln hat der Verlag übrigens weitere, tolle Bücher zu Disney und auch zu Star Wars oder gar Marvel im Programm.

Der Kölner TASCHEN Store bietet noch weitere Bücher mit tollen Disney-Themen

TASCHEN
Walt Disney’s Disneyland
Chris Nichols
Hardcover, 24 x 32,7 cm, 2,47 kg, 328 Seiten
€ 40
taschen.com

Deutsche Ausgabe: ISBN 978-3-8365-6349-9
Englische Ausgabe: ISBN 978-3-8365-6348-2
Französische Ausgabe: ISBN 978-3-8365-6350-5

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