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  • Das nächste Live Action Remake eines Disney-Klassikers kommt in die Kinos: ALADDIN.
    Ich habe den Film vorab in der englischen Originalversion sehen dürfen und möchte mit euch teilen, wie es mir im Kino erging. Eine kurze Warnung vorab: Ich werde auch auf Spoiler eingehen im Sinne von Änderungen zum Animationsklassiker. Ihr wurdet gewarnt!
    ALADDIN entführt den Zuschauer in eine arabische Hafenstadt namens Agrabah. Eine Stadt gefüllt mit armen Menschen, Händlern, Fischern und natürlich dem Sultan, seiner Familie und das Palastpersonal. Kurzum: Agrabah ist ein nahezu echt wirkender Ort mit verschiedenen Menschen als Bewohner.

    Die Charaktere



    Zu den Bewohnern zählen der Dieb Aladdin sowie die im Palast lebende Prinzessin Jasmin. Während das Wesen von Aladdin sehr nah beim Original liegt, geht es Jasmin in diesem Film nicht primär darum, ihre Rolle in der Welt außerhalb des Palasts zu finden. Die Prinzessin weiß genau, was sie möchte. Und das, was sie will lautet: Sultan sein. Nicht um des Titels willen sondern weil ihr die Bewohner der Stadt am Herzen liegen. Jasmin möchte als Sultan eine Herrscherin für das Volk sein.
    Ganz im Gegenteil steht natürlich Dschafar. In der Zeichentrick-Version war Dschafar der machthungrige Großwesir von Agrabah. Die Neuverfilmung verleiht ihm mehr Tiefe. Hier ist Dschafar nicht einfach böse, weil er böse ist, sondern erhält eine Hintergrundgeschichte, in der Agrabah nicht das erste Königreich ist, dem er aus Selbstnutzen und Gier nach Macht schaden möchte.

    Als Sidekicks sind ebenfalls wieder Abu, Jago und Teppich dabei. Letzterer dürfte sowohl optisch als auch charakteristisch eine 1:1 Umsetzung der Vorlage sein. Abu und Jago sprechen beide wenig bis gar nicht (bestenfalls wiederholt Jago in üblicher Papagei-Manier die Worte, die er hört), ihre beiden Wesen bleiben aber bestehen. So sehnt sich Abu immer noch nach glitzernden Dingen während man bei Jago eine böse Ader sieht und später auch spürt. Der Sultan übrigens... ist einfach ein Sultan.
    Als letzter Hauptcharakter darf natürlich wer nicht fehlen? Richtig, Dschinni!



    Dschinni ist seinem „zweieiigen Zwillingsbruder“ in vielen Dingen ähnlich. Beide sind von Natur aus blau, laut, witzig, kreativ und haben natürlich phänomenale kosmische Kräfte, aber einen winzig kleinen Lebensraum. Diese Version von Dschinni unterscheidet sich darin, dass auch er deutlich mehr menschliche Züge hat. So kommt es eben, dass er Aladdin nicht auf den ersten Blick zu vertrauen scheint. Dschinni ist zwar Aladdins Freund, aber das heißt noch lange nicht, dass es auch umgekehrt der Fall sein muss. Dazu kommen weitere Handlungsstränge und Situationen, die ihn in ein ganz neues Licht stellen. Im Inneren ist er natürlich nach wie vor der Lampengeist, mit dem man den Spaß seines Lebens haben wird, deshalb keine Sorge.
    Auf alle Charaktere, egal auf wen, trifft letztendlich die Aussage zu, dass sie eindeutig einem „Realfilm“ entspringen. Die Figuren wirken realistisch, handeln logisch und verständlich - sie alle könnten echte Menschen sein. Dafür muss man wohl seinen Hut ziehen vor Schauspielern und Autoren.

    Diese realistischen Darstellungen haben mir jedoch den Zugang zu den Figuren erschwert beziehungsweise teilweise versperrt. Ich habe den machthungrigen Schurken in Dschafar vermisst, die Leichtigkeit bei Dschinnie und das Träumerische bei Aladdin. Von Jasmin war ich hingegen restlos begeistert - sie ist das Highlight des Films für mich!

    Die Story

    Die Geschichte spielt sich größtenteils wie auch im Klassiker von 1992 ab. Dschafar sucht den „ungeschliffenen Diamanten“, Aladdin verliebt sich auf dem Markt in Jasmin, um sie für sich zu gewinnen, findet Aladdin die Lampe, wird dank Dschinni zum Prinzen und so weiter und so fort.
    Gefühlt übrigens sogar in diesem Tempo. Wie es momentan in Hollywood der Fall ist, leidet auch dieser Film unter einer zu hohen Geschwindigkeit besonders im Beginn der Handlung. Für diesen Zweck werden viele Szenen der ersten zwanzig Minuten des Zeichentrickfilms in gefühlt fünf Minuten gepackt und geschickt miteinander verwoben. Ich muss zwar gestehen, dass mir diese Struktur auf kreativer Weise gefallen hat, doch letztendlich verlief alles leider deutlich zu schnell und ich hatte dadurch große Schwierigkeiten in dieser Welt „anzukommen“.



    Die Neuerungen in der Geschichte setzen hauptsächlich bei Jasmin an. Das zeigt auch der einzige komplett neue Song im Film: „Speechless“ (zu deutsch „ׅIch werd niemals schweigen“). Jasmin ist sich früh sicher, dass sie sich nicht von Gesetzen, Tradition oder Männern generell unterdrücken lassen will. Im Laufe der Geschichte setzt sie diese Gedanken dann auch in Taten um und stellt sich den im Realen wahrscheinlich noch bedrohlicherem Dschafar entgegen. Für diese Charakterentwicklungen werden schon früh im Film entsprechende Weichen gestellt
    So sehr mir Jasmin als Charakter gefallen hat und „Speechless“ in meinem Kopf hängengeblieben ist, muss ich jedoch auch gestehen, dass mir diese neuen Szenen und Storys nicht gefallen haben. Nicht weil sie schlecht sind (denn das sind sie nicht) sondern weil sie für mich keinen Platz in der Geschichte von Aladdin haben und auf mich teils gedrungen wirkten.

    Die Musik



    Nun kommen wir zu dem Teil, über den ich kaum etwas zu Meckern habe. Dazu möchte ich noch einmal in Erinnerung rufen, dass ich den Film auf Englisch gesehen habe und die deutsche Version momentan noch nicht voll beurteilen kann.
    Als der Film anfing, hat er sich einen kurzen Augenblick Zeit gelassen. Aber meine Spannung und Erwartung auf das, was nun kommen müsse, wurde dann auch belohnt: Die ersten Klänge von „Arabian Nights“ ertönten und schwupps - da war die Gänsehaut. Je weiter der Song ging, desto berührter war ich. Ein absolut stimmungsvoller Song in einer epischen, neuen Version, die mich auch jetzt beim Anhören des Soundtracks immer und immer wieder packt und eiskalt erwischt. Wow!
    Wir könnten dieses ganze Thema abkürzen, indem ich einfach sage, dass Alan Menken mal wieder ganze Arbeit geleistet hat. Das musikalische Genie hat es wieder geschafft, der komplette Soundtrack hat definitiv OSCAR-Niveau und trifft genau in die Mitte zwischen Nostalgie und Ohrwurm.

    Meine Highlights des Soundtracks ist momentan ein Dreier-Gespann aus „Arabian Nights“, „Prince Ali“ und „Speechless“. Die Favoriten von vermutlich vielen von euch „Friend Like Me“ und „A Whole New World“ haben auch tolle, spielerische beziehungsweise träumerische Umsetzungen erhalten! Bei „Friend Like Me“ war ich sogar richtig geflasht, jedoch mehr wegen des visuellen Meisterwerks besonders zu Ende der Szene. Hier spürt man jedoch, dass vielleicht auch Will Smith ein bisschen Freiraum und an der Entstehung des Songs beteiligt gewesen sein könnte.

    Aus Gründen der Vollständigkeit möchte ich jetzt auch noch „One Jump Ahead“ erwähnen, der auch viel Spaß macht und gleich zwei Reprises erhält. Vermisst habe ich dafür die Reprise von „Prince Ali“, gesungen von Dschafar. Vielleicht ist auch das einer der Gründe, warum mich Dschafar trotz seines bösen Charakterzuges nicht wirklich überzeugen konnte. Das Spielerische und schurkische fehlte einfach...



    Die Musik zum Film ist ab sofort in der Originalversion und in der deutschen Fassung digital (z.B. bei Spotify) erhältlich und ab Freitag, den 24. Mai dann auch auf CD zu haben.

    Übrigens verlosen wir den Soundtrack momentan auf Instagram, lest hier alle Infos zum Gewinnspiel!

    Ich hatte mich auch vorher gefragt, ob „Proud of Your Boy“ es in diesen Film schaffen würde, ein Lied, das für eine frühere Phase des Zeichentrickfilms geschrieben wurde und ein sehr emotionales Stück sowohl für Aladdin als Figur aber auch Alan Menken selbst ist. Wieso es der Song nicht in den Film geschafft hat, habe ich ihn auf dem roten Teppich in Berlin im Interview gefragt (ab 8:50 im Video). Die Antwort erfahrt ihr am Ende des folgenden Videos, in dem ich eure Fragen zum Film beantworte. Ebenfalls ist darin ein kurzes Interview mit Synchronsprecher Manuel Straube enthalten, der in der deutschen Fassung die Lieder von Dschinni singt (ab 10:09).




    Fazit und Gesamtbewertung

    Story: Die Geschichte und Charaktere wurden um teilweise zu realistische Details weiterentwickelt. Trotz einer Laufzeit von etwa zwei Stunden wurden einige grundlegende und wichtige Szenen in aller Kürze abgehandelt während neue und subjektiv sinnlose Szenen wiederum mehr Zeit erhalten haben (bspw. der Kampf und die Verfolgsjagd gegen Riesen-Jago). Auch die Einbindung des tollen Songs „Speechless“ in die Geschichte ist meiner Meinung nach missglückt, denn die Szene hat mich komplett aus dem Film gerissen, sodass ich weder Song noch Geschichte in diesen Momenten wirklich genießen und realisieren konnte. Auch muss ich gestehen, hat mich nur eine einzige Szene im Film betroffen gemacht. Und nein, das waren nicht Aladdin und Jasmin auf dem fliegenden Teppich sondern als Teppich im Finale zerstört wurde. 6/10


    Visuals: Auch hier eine authentisch wirkende Landschaft angefangen auf dem Meer bis zur Wüste mit Agrabah zwischen ihnen. Das Setting ist farbenfroh wie die Kostüme ohne aber „over the top“ zu wirken. Die „Friend Like Me“ Szene bzw. ich müsste eher schon sagen das Musikvideo ist atemberaubend. Kritisieren muss ich jedoch das fehlende familiäre Gefühl in Agrabah selbst - ob es nur daran liegt, dass der ikonische Palast eher langweilig geraten ist?
    Fun Fact: Dschinni selbst ist übrigens eine reine CGI-Kreation, die aussieht wie Will Smith. Sein echtes Gesicht ist tatsächlich nicht in Dschinnis Form als Geist enthalten! 7/10


    Soundtrack: Mena Massoud hat auf der Pressekonferenz in Berlin den Film so beschrieben, für mich reichen diese drei Worte „nur“ für den Soundtrack aus: „shining, shimmering, splendid“! Der Soundtrack ist ein Meisterwerk: lässt einen in Stimmung kommen, baut Gänsehaut auf, erwischt einen emotional und klingt einfach nur gut. Kleiner Abzug dafür, dass Dschafar kein Lied abbekommen hat: 9/10


    Magic Points: Also wirkliche Disney Magie habe ich bei dem Film leider nicht so gespürt wie sie bei dem Zeichentrickklassiker immer wieder auftaucht. Den größten Teil dürfte wohl der Soundtrack zu diesem Gefühl hier beigetragen haben, denn ansonsten habe ich viel Magie vermisst: 4/10


    Gesamtbewertung: Das ergibt eine persönliche Gesamtwertung von 6,5/10 Punkten, was meiner ersten Einschätzung als ich aus dem Kino kam entspricht. Der Film verliert leider ganz viel Symphatie bei mir durch seine zu realistische Darstellung. Aber ich schätze, das ist die Aufgabe und Intention eines Realfilms. Vielleicht sind diese Neuverfilmungen auch einfach nichts für mich...
    Ich habe nämlich schon von vielen gehört, wie begeistert sie von ALADDIN sind. Deshalb verlasst euch nicht nur auf meine Eindrücke sondern erlebt den Film selbst im Kino. Er ist es allemal wert, denn rein filmisch liegt hier ein toller Streifen vor. Und ehrlich gesagt würde ich sogar nur für die Musik den Film noch einmal im Kino sehen wollen.




    Was ich in meine Bewertung nicht habe mit einfließen lassen, was aber noch einen deutlichen Push nach oben gegeben hätte, war das tolle Premieren-Gala-Event bei dem Schauspieler Will Smith, Mena Massound und Naomi Scott gemeinsam mit Regisseur Guy Ritchie und Komponist Alan Menken in Berlin waren. Wer meinen Bericht dazu noch nicht gesehen hat, dem kann ich mein Video mit Interviews, Pressekonferenz und rotem Teppich sehr ans Herz legen.



    ALADDIN startet am 23. Mai 2019 in den deutschen Kinos. Ich wünsche euch viel Spaß im Kino!
    Bilder
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